HINWEIS: Mein Coaching ersetzt keine medizinische Diagnostik oder Behandlung. Es ergänzt sie dort, wo Beschwerden trotz medizinischer Abklärung bestehen oder Zusammenhänge besser verstanden werden sollen.
Gerade wenn Rückenschmerzen immer wieder auftreten, sich verändern oder trotz Physiotherapie, Training oder unauffälliger Befunde bestehen bleiben, lohnt es sich häufig, den Blick etwas zu erweitern.
Was ich bei Menschen mit Rückenschmerzen häufig beobachte
Menschen, die mit Rückenschmerzen zu mir kommen, berichten häufig über:
- wiederkehrende Beschwerden ohne klaren Auslöser
- Schmerzen beim langen Sitzen, Stehen oder Liegen
- Schwierigkeiten beim Bücken oder Drehen
- einen dauerhaft verspannten unteren Rücken
- wechselnde Schmerzintensitäten
- Beschwerden trotz Physiotherapie oder regelmäßigem Training
- Zusammenhänge mit stressigen Lebensphasen
- unauffällige oder nur teilweise erklärende MRT- oder Röntgenbefunde
Warum Schmerzen entstehen können
Schmerz ist zunächst einmal ein Schutzmechanismus. Unser Körper bewertet fortlaufend unterschiedlichste Informationen und reagiert auf die gesamte Belastung des Systems. Zu dieser Gesamtbelastung können unter anderem gehören:
- Bewegungsverhalten
- Schlaf
- Stress
- frühere Verletzungen oder Operationen
- Atmung
- Ernährung und Nährstoffversorgung
- körperliche Belastung
- emotionale Belastung
- Bewegungsunsicherheit
Deshalb gilt besonders bei langanhaltenden Beschwerden: Schmerz ist ein Output. Kein Input. Das bedeutet: Schmerz entsteht nicht im Nacken selbst, sondern wird vom Gehirn als Schutzreaktion erzeugt. Das, was wir im Nacken spüren, ist die Antwort unseres Nervensystems auf die aktuell wahrgenommene Gesamtbelastung. Um körperliche Verletzungen auszuschließen, empfehle ich grundsätzlich, Beschwerden zunächst ärztlich und – wenn sinnvoll – auch bildgebend über Röntgenbilder oder MRTs abklären zu lassen. Das schafft Sicherheit und hilft gleichzeitig dabei, die Gesamtsituation besser einzuordnen. Denn selbst wenn eine Verletzung bereits ausgeheilt ist oder strukturelle Veränderungen bestehen, bedeutet das nicht automatisch, dass genau sie heute noch allein für deine Beschwerden verantwortlich sind.
Worauf ich bei Rückenschmerzen schaue
Ein Modell, das ich in meinen Coachings häufig nutze, ist der Joint-by-Joint-Ansatz. Die Idee dahinter: Unser Körper funktioniert als zusammenhängendes System. Dabei übernehmen unterschiedliche Gelenke unterschiedliche Hauptaufgaben. Während einige Gelenke vor allem Stabilität bieten (z.B. Knie & Lendenwirbelsäule), sind andere in erster Linie für Beweglichkeit ausgelegt (z.B. Hüfte & Schulter). Jedes Gelenk kann in der Theorie beides - Stabilität und Beweglichkeit - hat aber sein genanntes Spezialgebiet. Kann ein Gelenk seine Hauptfunktion nicht ausreichend erfüllen, übernehmen umliegende Gelenke mit. Für einen kurzen Moment ist das kein Problem. Muss das jedoch dauerhaft passieren, entstehen häufig Dysbalancen, Ausweichbewegungen und unnötige Schutzspannung. Deshalb betrachte ich Rückenschmerzen nie isoliert. Manchmal liegt der entscheidende Hinweis nämlich gar nicht dort, wo der Schmerz sitzt.
Was ich in einer Erstanalyse prüfe
Jeder Mensch bringt andere Voraussetzungen mit und deshalb gibt es auch leider keine Pauschallösung. So gern ich dir an dieser Stelle sagen würde: “Mach einfach Übung X und Dein Problem wird sich lösen.”, in der Realität ist das Problem häufig etwas komplexer und durch vielerlei Faktoren beeinflusst.
Deshalb schaue ich unter anderem auf:
- Wie bewegst Du Dich grundsätzlich?
- Wie flüssig/verspannt o.ä. ist Deine Bewegung?
- Wo sind tatsächlich strukturelle Verletzungen oder Veränderungen bekannt, z.B. Bandscheibenvorfälle, Skoliose,etc.?
- Wo und wann kannst Du problemlos belasten, wann nicht?
- Wie atmest Du?
- Wie regenerierst Du?
- Wie verteilt sich Spannung in Deinem Körper im unbewussten Zustand?
- Wie hoch ist das Stresslevel und wie zeigt sich das körperlich=??
- Wie ausbalanciert stehst Du?
- Was machen Deine Augen und wie gut oder weniger gut stabilisieren sie Dich?
- Welche früheren Verletzungen oder Operationen gab es?
- Welche möglichen Zusammenhänge zwischen verschiedenen Körperregionen zeigen sich?
Wenn diese Informationen zusammenkommen, lassen sich häufig sinnvolle Muster erkennen.
Was du selbst beobachten kannst
Falls du unter Rückenschmerzen leidest, beobachte in den nächsten Tagen einmal Folgendes:
- Wann sind die Beschwerden stärker oder schwächer?
- Welche Bewegungen fallen besonders schwer? Ist eher das Bücken, Drehen oder Strecken unangenehm?
- Verändern sich die Beschwerden im Laufe des Tages?
- Verändern sich die Beschwerden nach Feierabend, am Wochenende, im Urlaub?
- Gibt es Zusammenhänge mit Stress, Schlaf oder Belastung?
Oft liefern genau diese Beobachtungen wertvollere Hinweise als die reine Schmerzintensität.
Wann solltest du Beschwerden ärztlich abklären lassen?
Nicht jeder Schmerz bedeutet automatisch einen strukturellen Schaden. Gleichzeitig ist aber auch nicht jeder Schmerz ausschließlich auf ein überlastetes Nervensystem zurückzuführen. Deshalb empfehle ich grundsätzlich, Beschwerden ärztlich abklären zu lassen. Eine Untersuchung oder – wenn sinnvoll – eine bildgebende Diagnostik wie Röntgen oder MRT kann helfen, ernsthafte Ursachen auszuschließen oder vorhandene Befunde besser einzuordnen.
Plötzlich auftretende starke Schmerzen nach einem Unfall, Lähmungserscheinungen, Gefühlsstörungen, Fieber oder Probleme beim Wasserlassen oder Stuhlgang sollten immer zeitnah ärztlich abgeklärt werden und gehören NICHT zu mir ins Coaching.
Bitte beachtet: Mein Coaching ersetzt keine medizinische Diagnostik oder Behandlung. Es ergänzt sie lediglich dort, wo Beschwerden trotz medizinischer Abklärung bestehen bleiben oder Zusammenhänge besser verstanden werden sollen.
Meine Schritt-für-Schritt-Empfehlung für Dich
Wenn Rückenschmerzen bereits länger bestehen, lohnt es sich häufig, Schritt für Schritt vorzugehen:
- Beschwerden medizinisch abklären lassen, um ernsthafte Ursachen auszuschließen und vorhandene Befunde einordnen zu können.
- Den eigenen Körper beobachten. Wann werden die Beschwerden besser oder schlechter? Welche Muster zeigen sich? Ein Schmerztagebuch kann dabei sehr hilfreich sein.
- Wenn Du aus Deinen Beschwerden immer noch nicht schlauer wirst oder nicht weißt, was Du mit Deinen Erkenntnissen nun anfängst, dann lohnt es sich in eine gezieltere Analyse des gesamten Systems einsteigen, zum Beispiel über eine Schmerz-Erstanalyse mit mir.
Abschließend: Albert Einstein wird häufig folgender Satz zugeschrieben:
„Wenn ich eine Stunde Zeit hätte, ein Problem zu lösen, würde ich 55 Minuten darauf verwenden, das Problem zu verstehen, und 5 Minuten auf die Lösung.“
Genau diese Denkweise prägt auch meine Arbeit. Es geht nie nur um das einzelne Gelenk. Es geht immer darum, wie das gesamte System zusammenarbeitet.
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